Lauernde Erinnerungen: Das Marterl

Es ist ein Buch über Idylle und Abgrund, ein Roman über Kindheit und Jugend in einer niederbayerischen Kleinstadt; es ist ein lustiges Buch, es ist ein trauriges Buch, bemerkenswert schnörkellos geschrieben. Es ist das erste Buch des 35-jährigen Journalisten Johannes Laubmeier, der eigentlich eine Reportage über den Tod seines Vaters schreiben wollte, der vor zehn

Kein Schwein ruft mich an

Einsamkeit ist ein großes, ein immer größeres Thema. Die Corona-Krise war und ist nach Ansicht von Caritas-Präsidentin Eva-Maria Welskopp-Deffaa ein „Einsamkeits-Beschleuniger“. Auch auf dem Katholikentag in Stuttgart stelle man und sie sich daher soeben die Frage, wie und wo man in den Zeiten von Social Distancing und Facebook noch Gemeinschaft erleben kann. Für Christinnen und

Wem die Stunde schlägt

Die Autorin Elvira Steppacher ist dem Tod auf der Spur. Sie geht auf den Friedhof, stundenweise, 99 Tage lang. Und sie beobachtet genau: Sie registriert, sie protokolliert, sie recherchiert; sie hält nicht einfach nur fest, was sich da abspielt; sie erfasst die Friedhofsnatur mit kraftvoller Pedanterie und mit subversiver Nachdenklichkeit. „Stundenheft“ nennt sie ihre Beobachtungen

Aufklärungshilfe

Spätestens Ende März sollte der Afghanistan-Untersuchungsausschuss des Bundestags eingesetzt werden – um sich mit dem desaströs gescheiterten Bundeswehr-Einsatz zu befassen. So sieht es der Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP vor. Doch der Beginn der Aufklärungsarbeit verzögert sich unter anderem deshalb, weil das Außenministerium unter seiner Ministerin Annalena Baerbock um mehr Zeit für die Vorbereitung

Der Traum von der Republik

Kundige Zeitgenossen können mit Namen wie Robert Blum, Carl Schurz und Friedrich Hecker etwas anfangen: Blum war der demokratische Revolutionär, der 1848 von den kaiserlichen Truppen in Wien standrechtlich erschossen wurde. Schurz war der demokratische Rebell, der seinen Lehrer und Freund Gottfried Kinkel aus dem Zuchthaus in Spandau befreite und später in den USA Innenminister

Wird demokratische Lebensgestaltung unmöglich?

Andreas Fisahn ist Professor für Öffentliches Recht, Umwelt- und Technikrecht an der Universität Bielefeld; Rechtstheorie lehrt er auch. Er hat ein sehr umfangreiches Buch geschrieben über die Entwicklung von Rechtsstaat und Demokratie in der Bundesrepublik, das soeben im Papyrossa-Verlag erschienen ist. Substanzverlust sieht er bei der Demokratie, beim Rechtsstaat sieht er eine Liberalisierung. Das Buch