Seitdem ich Journalist geworden bin, liegt mir die Asyl- und Flüchtlingspolitik besonders am Herz. Ich wünsche mir eine Flüchtlingspolitik, die nach einem klaren und humanen Motto handelt. Das Motto lautet: Gehen wir mit den Flüchtlingen so um, behandeln wir sie so, wie wir behandelt werden wollten, wenn wir Flüchtlinge wären. Der Einzelfall zählt. Dieses eindringliche Bilderbuch handelt von so einem Einzelfall – und man weiß, dass es kein Einzelfall ist.

Das Buch heißt „Akim rennt“. Akims Dorf wird vom Krieg überrannt, er wird von seiner Familie getrennt, er erlebt und erleidet Gefangenschaft, Flucht, Flüchtlingslager – und findet am Schluss seine Mutter wieder. Claude K. Dubois hat den starken Text geschrieben und mit sparsamen und packenden Bildern illustriert. Text und Bilder beschönigen nicht, sie sind bewegend, aber nicht brutal. Das Buch braucht begleitende Gespräche mit Kindern ab sechs Jahren. Es ist ein ernstes Buch für gute Gespräche.
Claude K. Dubois, Akim rennt. Das Buch ist 2013 im Moritz-Verlag Frankfurt am Main erschienen. Es hat 96 Seiten und kostet 14 Euro.