Für eine Besteuerung der Ultrareichen gibt es kein technisches Hindernis: Es ist vielmehr eine Frage des politischen Willens. So heißt es bereits im Vorwort des schmalen Buches „Reichensteuer. Aber richtig!“ von Gabriel Zucman. Der Ökonom beschäftigt sich seit Jahren mit der Erforschung großer Vermögen, mit Steueroasen und internationaler Steuerflucht. Von sich selbst sagt er, dass er Jahre gebraucht habe, um all das zu begreifen. In diesem Buch versuche er, die Zusammenhänge mit aller Strenge und Klarheit darzulegen.

Die sogenannte Reichtumspyramide zeigt deutlich die ungleiche Verteilung des weltweiten Vermögens. 1,6 Prozent der Weltbevölkerung besaßen 2024 rund 48,1 Prozent des weltweiten Vermögens. In einem Interview bezeichnet Zucman den Anstieg des Vermögens von Milliardären als eines der prägendsten Merkmale der Weltwirtschaft der vergangenen Jahrzehnte. Heute besitzen die 3000 Milliardäre etwa 15 Prozent des weltweiten BIP. Und mit dem Anstieg ihres Reichtums, so Zucman, sei auch ihre Macht explodiert.

Die derzeitige Besteuerung verstoße gegen das Gleichheitsprinzip. Zucman beruft sich als Franzose auf die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789. Es dürfe – so seine Interpretation – nicht sein, dass die reichsten Personen im Verhältnis zu ihren Einkommen weniger bezahlen dürfen als die weniger wohlhabenden Bevölkerungsgruppen. Seine Kernforderung ist eine Vermögensmindeststeuer von zwei Prozent auf Vermögen über hundert Millionen Euro. Den fiskalischen Effekt bemisst er auf 17 Milliarden Euro Mehreinnahmen allein für Deutschland. Das Büchlein ist keine politische Predigt; es ist ein pointiert argumentierendes, aufklärendes Essay.

Gabriel Zucman: Reichensteuer – Aber richtig! Das Büchlein ist in der ersten Auflage im Jahr 2026 in der edition Suhrkamp erschienen, es hat 61 Seiten und kostet 12 Euro.