Warum steht eigentlich ein Esel in der Krippe? In der Weihnachtsgeschichte kommt er ja gar nicht vor; und sein Kompagnon, der Ochs, auch nicht. Warum ist ein Christbaumständer der Endgegner adventlicher Perfektion? Und wer darf, wenn der Heilige Nikolaus kommt, dessen Bischofsstab halten? Das Hantieren mit den Ausstechförmchen beim Plätzchenbacken gehört zu den duftenden Kindheitserinnerungen: Warum ist bei mir der Rüssel vom Elefanten und der Schwanz von der Katze immer abgebrochen, aber bei meinem Bruder nicht? Ergeben sich daraus die Antworten auf lebensphilosophische Fragen?
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Wen solch große Fragen interessieren, der wird mit Genuss in einem kleinen Büchlein von Wolfgang Sigler lesen, das den auf den ersten Blick etwas rätselhaften Titel „Weihnachtsdingse“ trägt. Der kleine Sohn von Freunden des Autors hatte für sich das Wort „Dingse“ erfunden und große Freude daran, es bei jeder Gelegenheit zu verwenden: Spielsachen waren „Kinderdingse“, die Tasche für das Schwimmbad enthielt die „Badedingse“ und der Rollator des Großvaters gehörte zu den „Opadingsen“. Und so kam der Buchautor auf die Idee, über die „Dingse“ zu schreiben, die zur Advents- und Weihnachtszeit wichtig sind: über Zimtsterne, Räuchermännchen, Weihnachtspyramiden; über die erste Schneeflocke, die Plätzchendose, die Eisblumen und die Weihnachtspost. Der Autor ist Benediktinerpater in Münsterschwarzach. Er unterhält uns mit 123 Seiten Weihnachtsgeplauder.
Wolfgang Sigler: Weihnachtsdingse. Von Adventskalender bis Zimtstern. Das Büchlein mit Zeichnungen von Sarah Rosa Gratza ist 2025 im Vier-Türme Verlag erschienen und kostet 16 Euro.